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SCHRIFTGRÖSSEAAA

„Weil die Menschen am besten wissen, was sie in ihrem Stadtteil brauchen.”

Anke Skupin, Projektleiterin „Demografischer Wandel”, Stadt Schwerte

„Meine erste Aufgabe war, einen Demografiebericht zu erstellen,” erklärt Anke Skupin die Vorgabe, die sie anschließend gemeinsam mit verschiedenen Ressortleitern der Stadt Schwerte ausgewertet hat. „Die Prognose zeigte, dass die Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahre 2025 zu einer erheblichen Überalterung führen wird.“ Daraus ergab sich die Frage: „Wie geht eine Kommune damit um,” sagt Anke Skupin. „Eine Handlungsempfehlung, die wir ausgesprochen haben, war die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements. Dazu gehörte auch das Konzept ZWAR-Gruppengründung.”

Anke Skupin hat sich für ZWAR entschieden, weil ihr das Konzept der Eigenverantwortung auf Anhieb zugesagt hat. „Also, die Leute selber gucken lassen, was ist denn gut für mich, wie will ich mein Alter gestalten,” sagt sie. Die Aufgabe der Kommune sieht sie dabei künftig mehr in der Funktion, Rahmen zu setzen und Ermöglichungsstrukturen zu schaffen. „Selbstorganisation wirken zu lassen, das finde ich sehr spannend und wir haben gemerkt, dass das der größte Motor ist, damit etwas gelingt.” Darum schätzt sie die Arbeit von ZWAR für den Ort oder die Quartiersentwicklung hoch ein: „Weil die Menschen am besten wissen, was sie in ihrem Stadtteil brauchen.” Die Zeit, dass die Kommunen sagen: „Kommt zu uns, wir haben ein fertiges Programm mit vielen schönen Freizeitangeboten,” ist ihrer Ansicht nach vorbei. Zum einen, weil die Haushaltslage es gar nicht erlaubt, und zum anderen, weil die Menschen das gar nicht mehr wollen. „Ich glaube, die Menschen wollen ihr Programm selber machen.” Ihre Einschätzung macht Anke Skupin an der Altersgeneration fest - eine Generation, die in den 60er und 70er Jahren viel zum Thema sozialer und politischer Wandel gemacht hat. „Die Menschen, die sich heute engagieren, machen das auf Augenhöhe.”

 

Das Motiv der Bürgerinnen und Bürger für ihr Engagement sieht die Projektleiterin in erster Linie in Eigeninteresse begründet: „Ich will was für mich machen und das will ich mit anderen machen. ”Dass ein egoistischer Moment als Antriebsfeder dient, findet sie für Menschen, die in ihrem Job oder im Haushalt ein Leben lang für andere etwas getan haben, absolut angemessen. Für Anke Skupin ist weniger das „Warum mache ich etwas?”, sondern das „Wann mach ich es?” von herausragender Bedeutung. „Deswegen schreiben wir die Leute auch mit 50 an und nicht erst mit 75 Jahren.” So will die engagierte Stadtvertreterin dafür sorgen, dass die Leute sich frühzeitig Perspektive schaffen und viele Kontakte knüpfen, mit denen sie dann gemeinsam ihren Ruhestand angehen können. „Ich glaube, dass Netzwerke gesund halten und einem das Gefühl von Einsamkeit und Nutzlosigkeit ersparen.”

 

Im Januar 2011 wurde in Schwerte-Mitte die erste ZWAR-Gruppe auf den Weg gebracht, Oktober 2011 startete die zweite. Mit der Beteiligung und der öffentlichen Resonanz ist die Projektleiterin mehr als zufrieden „Schön wäre es, wenn wir es in allen elf Sozialräumen hier in Schwerte schaffen, Gruppen zu etablieren,” formuliert Anke Skupin die nächsten Ziele ohne dabei den Blick auf den Weg zu verlieren. „Das Wichtigste ist, die Menschen mitzunehmen und sie für die Sache zu begeistern.”