• Sprache:
  • |tr|
SCHRIFTGRÖSSEAAA

„Bei uns stimmt die Chemie - wir treffen uns auch außerhalb der Gruppe.”

Rolf Pohlmann, ZWAR Netzwerk Hilden 50+ aktiv

Was die meisten als Rente oder Ruhestand bezeichnen, ist für Rolf Pohlmann eher ein „Un-Ruhestand”, denn auch Jahre nach dem Ausscheiden aus seinem Beruf steht er mitten im Leben. Der Familienkalender im Hause Pohlmann ist mit Terminen so reichlich gefüllt, dass er manchmal Konfliktpotenzial birgt, wie er lachend eingesteht: „Meine Frau gibt mir manchmal schon die Gelbe Karte.” Aber das Zurückschrauben fällt ihm schwer: „Weil ich Spaß daran habe - ich fühle mich wohl!”

Wer weiß, ob es nicht anders gekommen wäre, wenn Rolf Pohlmann damals nach seinem plötzlichen Ausscheiden aus dem Job nicht dieses Schlüsselerlebnis gehabt hätte. Beim Besuch in der Stadt sind ihm die Menschen aufgefallen, die vor lauter Langeweile allein die Straße rauf und runter gelaufen sind. „Da habe ich mir gedacht,” sagt er, „das kann es nicht sein.” Er wollte nicht als Rentner den ganzen Tag vor dem Fernseher oder im Baumarkt verbringen. Man kann also mehr hinterlassen, als die Kuhle im Sofa.

 

Deshalb hat er sich zunächst einer Düsseldorfer Gruppe angeschlossen, von der er im Radio gehört hatte, bevor er dann 2008 in der Hildener ZWAR Gruppe 50+ aktiv wurde. Die Zeit, die er in der Gemeinschaft verbringt, möchte er heute nicht mehr missen, sie bringt ihm eine Menge: „Bei uns stimmt die Chemie - wir treffen uns auch außerhalb der Gruppe.” Als Delegierter seiner Gruppe lernt er zudem viele neue Menschen kennen und bekommt interessante Anregungen, die er dann später mit in seine Gruppe nehmen kann.

 

Im Jahr 2008 wurde Rolf Pohlmann auch in den Seniorenbeirat der Stadt Hilden gewählt. Die Gründe für sein politisches Engagement liegen für ihn in seiner Mentalität: „Es reizt mich einfach, mir die Sorgen und Nöte der anderen anzuhören und mich für sie einzusetzen.” Er ist von seinem Mitwirken überzeugt und findet lobende Worte für die Zusammenarbeit mit der Stadt Hilden: „In Hilden hat sich in den letzten Jahren unheimlich viel getan, wo der Bürger was von hat.”

 

Beispielhaft für dieses Fortkommen im Umgang mit den älteren Bürgern/innen ist der so genannte Treff 50+ „Marktplatz der Möglichkeiten”. Ein Projekt, für dessen Zustandekommen auch Rolf Pohlmann maßgeblich Verantwortung trägt. Hierbei geht es um einen bestimmten Tag im Monat, wo sich die Bürger/innen über die verschiedenen Freizeitangebote und ehrenamtlichen Tätigkeiten in der Stadt informieren können. Außerdem wird beim „Markt der Möglichkeiten” auch den Menschen mit kreativen Ideen undbestimmten Hobbys geholfen, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen. „Wir schieben nur an, gehen muss derjenige, der Interesse zeigt, selber,” erklärt er.

 

Rolf Pohlmann hat seinen Weg in nachberuflicher Zeit gefunden und wird ihn auch im Einklang mit der Familie so lange es seine Gesundheit zulässt, auch weiter gehen. Denn er ist davon überzeugt, dass jeder, der etwas für sich und andere tut, auch etwas zurückbekommt: „Mein Selbstwertgefühl hat in den letzten Jahren nicht nachgelassen.”