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23.03.14

LSV NRW findet offene Ohren bei der Apothekerkammer Nordrhein-Westfalen

Auf der Suche nach einem effizienten Notdienst-System    

 

„Wenn Hilfe gebraucht wird, dann muss sie auch erreichbar sein“. Darin waren sich Vorstandsmitglieder der Landesseniorenvertretung Nordrhein-Westfalen (LSV NRW) und die Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, Gabriele Regina Overwiening, jetzt bei einem Gespräch über die Problematik des Apotheken-Notdienstes einig.  

 

Seit langem fordern die örtlichen Seniorenvertretungen einen Apothekennotdienst, der auch wirklich erreichbar ist. Gaby Schnell, die Vorsitzende der Landesseniorenvertretung, traf sich nun in Begleitung von Mitgliedern der Seniorenvertretung in Extertal und LSV-Vorstandsmitgliedern in Münster mit der Kammerpräsidentin und Mitarbeitern, um die Situation zu erörtern.  

 

Gabriele Regina Overwiening machte dabei deutlich, dass die Apothekenkammer  immer redebereit sei und jede Beschwerde ernst nehme. „Der Notdienst ist ein ständiges Thema, und wir tun alles, um ein wirklich effizientes System zu entwickeln“, so die Präsidentin. Mit 20.900 Apotheken in der Fläche und rund vier Millionen Kundenkontakten täglich werde aktuell die Versorgung sichergestellt. In den letzten beiden Jahren sind allerdings 107 Schließungen zu verzeichnen, das ergebe den Stand von 1976, hörten die Seniorenvertreter.  

 

In der Diskussion ging es auch darum, ob denn die bisherige Öffnungsstruktur beim Notdienst noch zeitgemäß ist, da nach 22 Uhr kaum noch Kunden kämen. In den Abendstunden werde vor allem Arznei für Kinder nachgefragt, ältere Menschen seien kaum betroffen. Die angegebene Luftlinie von zehn Kilometern zur nächsten Notfallapotheke sei wohl nicht realistisch, merkten die Seniorenvertreter an, denn sie bedeute in manchen Regionen eine tatsächliche Entfernung von 30 bis 40 Kilometern. Auch fehle eine länderübergreifende Versorgung, so die Besucherinnen und Besucher.  Fazit für sie: Das gesamte System müsse  im Sinne der Kunden optimiert werden. Weitere Diskussionspunkte waren eine verbesserte Abstimmung zwischen den Ärzten in den Notfallpraxen  und den Apotheken, damit verschriebene Arzneien auch tatsächlich verfügbar sind. Die Abstimmung sei komplexer geworden, aber durch eine zentrale Steuerung andererseits auch effizienter, berichteten die Fachleute.  

 

Einig waren sich m Ende alle, dass das jetzige „denkende System“ eine Chance sei, eine möglichst gerechte Verteilung zu erreichen, wobei Verbesserungen weiter notwendig seien. Obwohl noch viele Fragen  zu klären sein werden, zog die LSV-Vorsitzende Gaby Schnell eine positive Bilanz: „Ein offenes Gespräch, in dem man uns mit unseren Anliegen ernst genommen hat. Wir hoffen, dass wir auf diesem Wege zu Lösungen in der Fläche kommen.“

 

Gaby Schnell Vorsitzende der Landesseniorenvertretung NRW