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16.12.14

Landesseniorenvertretung NRW positioniert sich zur Sterbehilfe

Selbstbestimmung und Vorsorge sind gefragt

 

Zum Leben gehört das Sterben. Diese oft und gern verdrängte Gewissheit hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten bei den Diskussionen rund um das Thema „Sterbehilfe“  in vielerlei Meinungen, Überzeugungen und Weltanschauungen gespiegelt. Auch die Landesseniorenvertretung Nordrhein-Westfalen (LSV NRW) hat sich dazu positioniert: „Die LSV ist gegen eine Legalisierung der Sterbehilfe“, stellt deren Vorsitzende Gaby Schnell in einer Pressemitteilung klar.

 

Um Menschen – wie im Leben so im Sterben – bestmöglich zu begleiten, müsse es allerdings einen konkreten (und nicht nur verbal verkündeten) Ausbau der Palliativmedizin geben. „Wohlverstanden: Es geht nicht allein um das Verabreichen von Schmerz lindernden Medikamenten“, erläutert Schnell den Diskussionsstand im Vorstand der Landesseniorenvertretung. „Es muss um eine würdevolle Begleitung des Todkranken und seiner Angehörigen gehen“. Dass die Palliativmedizin inzwischen auch in der Ausbildung von Ärzten ihren Platz habe, sei als wichtiger Schritt begrüßenswert. Auch Hospize spielten zunehmend eine bedeutungsvolle Rolle im Netzwerk der Unterstützer am Ende eines Lebens und müssten für die Aufgaben personell und nicht zuletzt auch finanziell gestärkt werden. In gleicher Weise müssten auch Alten- und Pflegeheime diesem Thema zunehmend Aufmerksamkeit zuwenden, dies gilt unabhängig vom oftmals großen Engagement von Altenpflegerinnen und -pflegern.

 

„Wer sich, wie die Landesseniorenvertretung als Dachverband der kommunalen Seniorenvertretungen,  immer für die Selbstbestimmung im  Alter einsetzt, der steht auch dazu, diesen freien Willen am Ende des Lebens zuzugestehen“, sagt Gaby Schnell. Dennoch gelte es zu verhindern, dass ältere und alte Menschen aus Angst, anderen zur Last zu fallen, zum Sterben bewegt werden.

 

Für die Landesseniorenvertretung sind die geltenden Gesetze ausreichend – wenn sie voll ausgeschöpft werden und sich die Vorsorge der Einzelnen verantwortungsbewusst gestaltet. „Im Zeitalter der Wahlmöglichkeiten ist es geboten, im eigenen wie dem Interesse der Angehörigen, mittels Patientenverfügungen so viel wie möglich im Vorfeld des eigenen Lebensendes selbst zu bestimmen“, betont der LSV-Vorstand die Bedeutung solcher Regelungen. „Auch, wenn man sicher nicht im Vorhinein jedes kleine Detail regeln kann: Bei den Fragen zur Lebensverlängerung etwa kann man sich eindeutig festlegen“, erinnert die LSV-Vorsitzende nicht nur ältere Menschen an dieses Stück Vorsorge.    

 

Gaby Schnell Vorsitzende der Landesseniorenvertretung NRW