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07.10.13

Erster Weltalten-Index veröffentlicht

Neues Indikatorensystem in Kooperation mit dem Weltbevölkerungsfonds UNFPA entwickelt

In jeder Sekunde vollenden zwei Menschen weltweit ihr 60. Lebensjahr.2050 wird es erstmals in der Geschichte mehr Menschen über 60 Jahre als Kinder unter 15 Jahren geben. 2050 wird in 60 Ländern der Anteil älterer Menschen bei mehr als 30% liegen.

 

Die Gruppe der älteren Menschen wächst weltweit schneller als die jeder anderenAltersgruppe. Wie sich die Regierungen darauf einstellen und wie sich die Lage ältererMenschen entwickelt, zeigt der erste Weltalten-Index, der heute zum Weltaltentag vonder internationalen Entwicklungsorganisation HelpAge veröffentlicht wird. DieBundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) unterstützt dieBestrebungen für eine verbesserte Datensammlung zur Situation älterer Menschen.

 

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon: Datenrevolution notwendig

„Der neue Weltalten-Index erfüllt den Aufruf des UN-Generalsekretärs zu einerDatenrevolution, um den Blick der internationalen Politik stärker auf die Bevölkerungsgruppen zu lenken, die bis heute bei den Entwicklungsanstrengungenübersehen werden“, so Prof. Lutz Leisering, Experte für internationale Sozialsysteme ander Universität Bielefeld und Mitglied von HelpAge Deutschland. „Der neue Index wirddie Debatte um eine nachhaltige Entwicklung bereichern. Er macht deutlich, wo sozialundseniorenpolitische Herausforderungen liegen und stellt eine Messlatte für alleRegierungen dar.“

 

Schweden führt den Index vor Norwegen an. Deutschland belegt unter 91 Ländern den3. Platz. Beim Thema „Einkommenssicherheit“ steht Deutschland auf Position 9. DieStaaten, die für den Index untersucht wurden, repräsentieren 89% der weltweitenAltenbevölkerung.

 

„Über die Zunahme der Lebenszeit können wir uns nur freuen“, so die Vorsitzende derBundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen, die frühereBundesfamilienministerin Prof. Ursula Lehr. „Es muss darum gehen, dass dieMenschen die gewonnenen Jahre auch bei Wohlbefinden verbringen können. Nicht ausdem Blick geraten darf dabei auch der jeweilige aktive Beitrag älterer Menschen für dieGesellschaft.“

 

Der Weltalten-Index zeigt, dass die Lage alter Menschen nicht nur von derwirtschaftlichen Situation ihrer Heimatländer abhängt, sondern wesentlich von dempolitischen Willen.HelpAge Deutschland fordert deshalb von der zukünftigen Bundesregierung, in derEntwicklungszusammenarbeit die Alterungsprozesse mehr in den Vordergrund zurücken und die Partnerregierungen auch durch finanzielle Unterstützung zu motivieren, sich für die Verbesserung der Lage älterer Menschen einzusetzen.

 

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Nord- und Westeuropa schneiden am besten ab - besonders wegen ihrer langenGeschichte sozialpolitischer Maßnahmen.
  • Osteuropäische Länder wie Russland und die Ukraine, die einen Anstieg ihrerAltenbevölkerung bis 2050 auf 30% erleben werden, befinden sich in der unterenHälfte.
  • Die am schnellsten alternden G20-Ökonomien wie Indien, Indonesien, Mexiko,Russland und die Türkei zeigen schlechte Werte und befinden sich in der unterenHälfte.
  • Das schnelle wirtschaftliche Wachstum in den BRICS-Staaten (Brasilien, Russland,Indien, China und Südafrika), die 40% der Weltaltenbevölkerung repräsentieren, hatnur in China und Brasilien zu einer verbesserten Lage älterer Menschen geführt.
  • Die am schnellsten alternden Länder Jordanien, Laos, Mongolei, Nikaragua undVietnam, deren Altenbevölkerung sich bis 2050 verdreifachen wird, erreichenschlechte Ergebnisse.
  • Lateinamerika, dessen Altenbevölkerung sich bis 2050 verdoppeln wird, schneidetgut ab, mit Chile als Spitzenreiter auf dem 19. Platz.
  • Afrika, wo 2050 13-mal mehr alte Menschen wohnen werden als gegenwärtig, zeigteinen Verfall traditioneller sozialer Sicherungssysteme. In Südafrika wurde z.B. nachdem Fall der Apartheid geriatrisches Krankenpflegepersonal in die Kindermedizinumgesetzt. Für vier Millionen ältere Menschen hat das Land nur achtGeriatriemediziner.

 

Der Index wurde zusammen mit internationalen Statistik-Experten der VereintenNationen, der Weltgesundheitsorganisation, der Weltbank und weiterenwissenschaftlichen Institutionen entwickelt. Er soll jährlich erscheinen und ständigweiterentwickelt werden. So wird vor allem angestrebt, die Daten auch nach Geschlechtdarzustellen sowie weitere Indikatoren zu verwenden.

 

Weiteres Hintergrundmaterial und Statistiken unter www.helpage.de

 

HelpAge unterstützt alte Menschen dabei, ihre Rechte einzufordern und gegenDiskriminierungen und Armut anzugehen, um ein aktives Leben in Würde undSicherheit führen zu können. Gleichzeitig fördert HelpAge ihre Potenziale für einEngagement in der Gesellschaft. – Die heutige Veröffentlichung des ersten Weltalten-Index wird begleitet von Aktionen in 60 Ländern im Rahmen der internationalenKampagne Age Demands Action (Alter fordert Aktion) von HelpAge. Die Kampagnesteht 2013 im Zeichen der Forderung nach einer UN-Konvention für die Rechte ältererMenschen. Über 170.000 Menschen haben weltweit eine Petition dafür unterschrieben.

 

HelpAge Deutschland

Michael Bünte, Geschäftsführer

Tel. 0541 / 580 540 50 oder 0178 / 730 16 43

E-Mail: info@helpage.de,

weitere Infos: www.helpage.de

 

Die BAGSO ist die Lobby der älteren Menschen in Deutschland. Unter ihrem Dachhaben sich 110 Verbände mit etwa 13 Millionen älteren Menschenzusammengeschlossen. Sie vertritt deren Interessen gegenüber Politik, Wirtschaft undGesellschaft, wobei sie die nachfolgenden Generationen immer im Blick hat. Darüberhinaus zeigt sie durch ihre Publikationen und Veranstaltungen Wege für ein möglichstgesundes und kompetentes Altern auf.

 

BAGSO

Dr. Guido Klumpp, Geschäftsführer

Tel. 0228 / 24 99 93 0

E-Mail: klumpp@bagso.de,

weitere Infos: www.bagso.de